Einwohnerzahl: 1,4 Mio.
Hauptstadt: Banjul
Geschäftssprache: englisch
Stammessprachen: Mandinka, Wollof, Jola, Serer, Serahule
Religionen: 90% Muslime, 10% Christen
Lebenserwartung: Männer 51 Jahre, Frauen 55 Jahre
Geldeinheit: 1 Dalasi = 100 Butut
Hauptexport: Erdnüsse, Fisch, Baumwolle und Palmkerne
Durschnittliches Jahreseinkommen: ca. 350,- Euro
Gambia erstreckt sich etwa 20 km nördlich und südlich des Gambia-Flußes 400 km ins Landesinnere und wird im Norden und Süden vom Senegal eingeschlossen. Seine Gesamtfläche beträgt 11.295 km. Gambia ist eins der ärmsten Länder Afrikas. Nur 50% der Männer und 25% der Frauen haben eine Schule besucht. Neben dem Ausbau des Bildungswesens ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung Gambias größtes Problem.
Das Leben der Mehrheit der Bevölkerung ist sehr hart und beschwerlich. Sie wohnt in kleinen Häusern, die vor allem im ländlichen Bereich weder an die Strom- noch Wasserversorgung angeschlossen sind.
In Gambia regiert Präsident Yahya Jammeh. 1994 ist er durch einen Putsch an die Macht gekommen und 1996 demokratisch gewählt worden.
3 unabhängige Tageszeitungen
3 Fernsehstationen (1 öffentliche/ 2 private)
4 Radiostationen (1 öffentliche/3 private) bestimmen in Gambia die Medienlandschaft.
Status Quo
Um effektive Hilfe leisten zu können, ist es notwendig, die vorherrschenden Probleme des Landes zu erkennen. Drei große Bereiche stechen hierbei heraus.
- Ein wesentlicher Faktor für die schlechte wirtschaftliche Situation der Gambianer ist, dass Bildung nicht allen zugänglich ist. Wie oben erwähnt, gibt es nach wie vor viele Analphabeten. Daher ist es dringend erforderlich, schon die Kleinsten in kostenfreien Kindergärten und Schulen unterzubringen. Nur so kann auf Dauer ein wirtschaftliches Wachstum und die Schaffung ausreichender Arbeitsplätze gewährleistet werden.
- Eng damit verbunden ist die Abwanderung der jungen Männer aus ärmeren Familien vorwiegend nach Europa oder USA. Als Gründe geben sie an, in Gambia keine Aussicht auf eine gute Ausbildung und einen entsprechenden Arbeitsplatz zu finden, dennoch sehen sie es als ihre Pflicht an, die finanzielle Situation der Familie zu verbessern. Die Eltern verkaufen zu diesem Zweck oft ihre Kuhherde (die ihnen als Lebensgrundlage gilt), oder Teile ihres Grundstücks, um einem Sohn diese Chance zu ermöglichen. Nicht wissend, was die jungen Leute bespielsweise in Deutschland erwartet. Illegalität, latenter Rassismus und hohe Arbeitslosigkeit führen oft zu einem Leben im Untergrund mit Drogenhandel oder anderen kriminellen Handlungen. Das Versprechen, den Eltern Geld zu schicken, treibt sie in diese Situation. Auch können sie nicht ohne weiteres zurück, da sie mit leeren Händen kämen. Das ist gleichzusetzen mit einer großen Schande für den Heimkehrer und seine Familie. Darüber hinaus könnte er im Wahlland nicht mehr einreisen. Auch hier kann mit Engagement und finanzieller Unterstützung die Ausbildungs- und Arbeitssituation der arbeitsfähigen jungen Männer verbessert werden.
- Derzeit ist Malaria in Gambia sehr verbreitet. Besonders in der Regenzeit überträgt die Anopheles-Mücke meist in der Dämmerung oder nachts die gefährliche, für Säuglinge oft tödliche Krankheit. Ein Grund dafür ist die mangelnde oder oft fehlende Malaria-Prophylaxe. Medikamente werden in der Regel erst nach Auftreten der Krankheit eingenommen und intakte Mückennetze sowie Sprays oder andere Produkte, die wenigstens die Schlafzimmer mückenfrei halten, kann sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht leisten. Das einfache Abwassersystem, das in verschiedenen Teilen Gambias, z.B. in Bakau, in offenen Kanälen durch den Ort fließt, begünstigt ebenfalls die hohe Malaria-Rate. In den ländlichen Gegenden kommt dann noch das Problem des Transports zum nächsten Krankenhaus hinzu. Daher ist Malaria nachwievor für einige eine tödliche Krankheit, die mit ein paar Hilfsmitteln zu bekämpfen wäre.

Eine Müllkippe nahe eines SOS Kinderdorfes, die Nacht für Nacht brennt und die Kinder stört,
sowie ein unbedeckter Abwasserkanal mitten in der Stadt Bakau.